1. Was sind elektromagnetische Felder?

Elektrische Ströme und Spannungen haben die Eigenschaft, eine Kraft auf elektrisch oder magnetisch geladene Teilchen auszuüben, die sich in ihrem Einflussgebiet befinden. Dieses Einflussgebiet wird Feld genannt.

Sobald ein Kabel, eine Maschine oder ein Gerät an eine Steckdose angeschlossen wird, steht es unter Spannung und baut ein elektrisches Feld auf. Dieses Feld ist auch dann vorhanden, wenn das Gerät ausgeschaltet ist und kein Strom fliesst.

Wird das Gerät eingeschaltet, entsteht zusätzlich zum elektrischen Feld ein magnetisches Feld. Magnetische Felder werden immer dann erzeugt, wenn Strom fliesst. Diese Felder durchdringen Wände, Decken oder Fenster fast ungehindert.

Für beide Feldarten gilt:

  • Die Felder sind umso stärker, je grös­ser die angelegte Spannung beziehungsweise der Stromfluss ist.
  • Die Felder werden schwächer, je grösser der Abstand zur Quelle ist.

Gleichfelder, oder statische Felder, werden durch Batterien oder elektrostatische Aufladungen produziert. Sie haben eine konstante Stärke. Bei Wechselfel­dern dagegen ändern Polarität und Stärke periodisch: sie schwingen mit einer bestimmten Frequenz «hin und her». Wechselfelder unterteilt man in nieder­frequente und hochfrequente Felder. Zu den Quellen niederfrequenter Felder zählen der Netzstrom (Spannung und Strom schwingen 50mal pro Sekunde hin und her: 50Hz; Hz=Hertz) und der Eisenbahnstrom (16 2/3 Hz).

Übersteigt die Frequenz 100 000 Schwingungen pro Sekunde (100kHz; kHz=Kilohertz), so spricht man von Hochfre­quenz. Hochfrequente Felder können von Anten­nen abgestrahlt werden. Deshalb sind alle Funkanwendungen (Radio, TV, Mobilfunk, Richtfunk, GPS etc.) im Hochfrequenzbereich angesiedelt.

Obergrenze des Hochfrequenzbe­reichs: 300 Milliarden Hertz (300GHz; GHz=Gigahertz). Darüber: Infrarot.

Wenn im Alltag von «Elektrosmog» gesprochen wird, sind meist technisch erzeugte elektrische und magnetische Felder gemeint. International gebräuchlich ist der Ausdruck EMF (elektromagnetische Felder). Elektromagnetische Felder haben nicht ausreichend Energie, um wichtige chemische Bindungen (Moleküle) in organischem Gewebe aufzubrechen (zu «ionisieren»). Deshalb nennt man diese Felder auch «nichtionisierende Felder» oder «nichtionisierende Strahlung».


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